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Freitag, 3. Januar 2014

Das Jahr 2013


Ich habe mir heute mal wieder die Zeit genommen, durch meine liebsten Blogs zu stöbern und bin dabei auf den ein oder anderen Jahresrückblick gestoßen.
Ich weiß, ich habe meinen blog nicht wirklich lange gepflegt, irgendwie hat das nie geklappt, aber vielleicht ja in diesem Jahr? Aber jetzt möchte ich erst einmal revue passieren lassen, was im letzten Jahr in meinem Leben geschehen ist, denn das war eine ganze Menge und dessen will ich mir mal bewusst werden.
Das könnte ein ziemlich langer und sehr persönlicher Text werden. Ich hab die Stichpunkte in den Absätzen mal fett gedruckt, dann kann man vielleicht überfliegen und gucken, was einen interessiert. Falls sich das hier überhaupt jemand durchliest ;)

In diesem Jahr hat sich wieder einmal viel getan in meinem Leben. Ich kann mich gar nicht mehr so recht an den Beginn des Jahres erinnern, weil sich das schon sooo weit weg anfühlt. Ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll.
Die ersten Monate liefen eigentlich soweit ihren gewohnten Gang, da ist nicht viel aufregendes passiert. Ich habe es endlich geschafft, wieder mehr mit meinen Freunden zu machen und weniger Zeit alleine vor mich hingebrütet, das war toll, auch bei den Biologen habe ich wirklich tolle Menschen kennenlernen dürfen.

Allerdings hat sich mal wieder herausgestellt, dass ich wirklich Probleme mit der Uni habe, was meine erste große Veränderung in diesem Jahr mit sich bringt: Die neue Ausbildung
Es ging gar nicht so sehr darum, dass der Stoff selbst mich überfordert oder nicht interessiert, ich bin einfach mit dem System Uni nicht klargekommen. Man bekommt ein halbes Jahr lang Stoff vorgesetzt, ohne ihn anzuwenden und dann muss man alles auf einmal in der Prüfung aufs Papier klatschen können. Wieder ohne jeglichen Anwendungsbezug und zum Großteil stumpf auswendig gelernt. Da hatte ich schon immer meine Probleme mit. In der Abizeit hat es mir am meisten gebracht, regelmäßig mitarbeiten zu können und anwendungsbezogen Aufgaben zu bearbeiten, erst so setzt sich Wissen bei mir wirklich fest. In der Uni ging es mir hingegen so, dass ich vor einem riesigen Haufen an Informationen saß und die alle auf einmal reinprügeln sollte. Ja, mit mehr Fleiß wäre mir das sicherlich gelungen, ich weiß auch, dass ich vom Intellekt her das Zeug dazu hätte, aber es hat mich regelmäßig an den Rand meiner psychischen Belastbarkeit geführt und auch darüber hinaus. Ich fand mich zu oft in Gedankenspiralen und Panikattacken wieder und stand letztendlich vor der Entscheidung, ob ich es wirklich schaffe, so weiterzumachen.
Die harten Fakten zu dem Zeitpunkt: Bis zum Bachelor sind es noch mindestens 2 Jahre und dann? Dann hab ich nen Bachelor in Biologie und kann damit so ungefähr nullkommanix anfangen. Also auf jeden Fall noch Master. Nochmal mindestens 2 Jahre, eher 3 so wie ich mich kenne. Und weil Biologen nicht soo gefragt sind am besten noch die Promotion hintendran.
Das war ein wahnsinniger Berg vor dem ich da stand und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, den zu erklimmen ohne daran Schaden zu nehmen, den ich nicht bereit bin dafür zu opfern. Besonders da ich immer die Angst hatte „was, wenn es doch nicht klappt? Wenn ich es doch nicht schaffe, dann stehe ich da mit Mitte/Ende 20 und habe nichts in der Hand“
Letztendlich ist meine Wahl dann auf den Weg gefallen, den ich vielleicht schon viel eher hätte einschlagen sollen, aber hinterher ist man schließlich immer schlauer. Ich entschied mich für eine Ausbildung, einen schulischen Ausbildungsweg, mit dem ich innerhalb von 2 Jahren meinen Abschluss habe und mich somit Biologisch Technische Assistentin nennen darf.
Ich habe das Sommersemester in Biologie noch zu Ende gemacht, denn die Ausbildung begann erst im September.
Nachdem diese Entscheidung gefällt war, ging es mir psychisch sehr viel besser, es ist ein enormer Druck von mir abgefallen und auch wenn ich es sehr häufig rechtfertigen musste und muss, so glaube ich doch, dass es der richtige Weg ist, den ich eingeschlagen habe.

Der Mai brachte dann eine weitere große Veränderung mit sich: Mein langjähriger Freund (6 Jahre waren wir zusammen) und ich haben uns getrennt. Das gehört nicht weiter hierher und werde ich nicht ausführen, aber es ist natürlich ein einschneidendes Erlebnis gewesen.

Mit der Entscheidung für die Ausbildung ging dann die Suche nach einer Konkreten Schule los und man mag es kaum glauben, es gibt in ganz Schleswig-Holstein keine Möglichkeit, diese Ausbildung zu machen. Dritte große Veränderung dieses Jahr: Ich musste weg aus meinem geliebten Norden, weg aus der Stadt, in der ich so sehr angekommen bin. Irgendwann stand dann fest: Es geht nach Bückeburg!
Es standen mal wieder Wohnungssuche und Umzug an und das Ganze war natürlich sehr nervenraubend und emotional. Die gemeinsame Wohnung musste zusammengepackt und ausgeräumt werden. Das tat sehr weh, hat aber auch nochmal viele Erinnerungen an eine sehr scöne Zeit zutage gebracht, die wir miteinander haben durften.

Ich glaube, dass es mir auf gewisse Weise auch gut getan hat, ganz wegziehen zu müssen, so war der Umzug nicht ausschließlich wegen der Trennung nötig.
Auf jeden Fall bin ich dann im August umgezogen und habe mein neues Leben gestartet. Und das habe ich ziemlich gut auf die Reihe bekommen finde ich. Ich bin in meiner neuen Stadt inzwischen ganz gut angekommen.
Auch wenn es sehr gewöhnungsbedürftig ist, wieder Schülerin zu sein und mit teils deutlich Jüngeren zusammen die Schulbank zu drücken, fühle ich mich in meiner Klasse wohl und die Erfolgserlebnisse machen mir wieder Lust auf Lernen.
Ich habe mich in Bückeburg endlich wieder der Feuerwehr angeschlossen um dort Betreuerin für die Jugendfeuerwehr zu werden und bin dort ganz ganz toll aufgenommen worden und habe ein paar tolle Menschen kennengelernt, die mein Leben sehr bereichern.
Ich habe erstaunlich viel um die Ohren, Dienstags ist Dienst und meist noch ein bis zweimal die Woche treffen wir uns mit ein paar Leuten zu Spiele- und Filmabenden.

Auch seitdem ich weggezogen bin, zieht es mich immer wieder nach Kiel. Mein Freundeskreis, die alte Liebe zu dieser Stadt, die mein Zuhause war und irgendwie auch noch ist und auch eine neue Liebe zu einem wunderbaren Menschen lassen mich so viel Zeit wie möglich im hohen Norden verbringen. Wer weiß, vielleicht verschlägt es mich nach der Ausbildung ja wieder hierher, schön wäre es auf jeden Fall!

Was ich mir von Anfang des Jahres beibehalten habe ist die vegetarische Ernährung. Es ist wirklich extremst selten, dass ich mal Fleisch esse und dann eigentlich auch immer nur ein winziges Bisschen, wenn es nunmal da ist und ich arg Lust drauf hab. Für mich kaufen tu ich gar keins mehr, solche Situationen sind dann eher beim Familienessen oder so, wo dann auch kein Stück Fleisch extra für mich gekauft wird, sondern ich einem aus der Familie nen kleinen Haps wegnasche oder so. Oder wenn ich zu meinen Eltern komme und da ist noch was fleischhaltiges zu Essen, was sonst weggeschmissen würde. Denn ganz ehrlich, es bringt keinem Tier was, wenn ich mir was vegetarisches koche und das Fleisch dafür in den Müll wandert.
Ich fühle mich sehr wohl ohne Fleisch. Eier kaufe ich wenn überhaupt, dann nur noch zum Backen, Milch kaufe ich eigentlich gar nicht mehr, nur noch Pflanzendrinks, weil ich die einfach gern mag. Was mich wirklich stark von veganer Ernährung abhält ist Käse. Käse ist toll! Aber auch da versuche ich, meinen Konsum nicht übermäßig werden zu lassen. Nach wie vor ist mein Motto, lieber bewusst zu leben, als mir stumpf Dinge zu verbieten.
In Zukunft steht auch auf dem Plan, immer mehr auf tierversuchsfreie Kosmetik zu achten, aber auch das werde ich nicht um jeden Preis. Solange ich keine Creme gefunden habe, mit der meine Haut genauso gut klar kommt wie mit Nivea, werde ich das weiterhin kaufen.

Psychisch bin ich in diesem Jahr wirklich sehr viel weiter gekommen. Ich weiß inzwischen besser, was mir gut tut und was nicht und kann mich von letzterem auch immer besser distanzieren. Ich sage auch mal nein und erlaube mir Fehler. Ich mache mich weniger abhängig von der Meinung und Anerkennung anderer. Ich schaffe es, positive Seiten an mir zu erkennen und mir auch zu erlauben, das gut zu finden.
In Sachen Kommunikation bin ich sehr viel offener geworden, sage und vertrete meine Meinung viel häufiger und schlucke weniger einfach herunter und fresse es in mich rein.
Ich weiß, dass ich tolle Menschen um mich habe, auf die ich mich verlassen kann, ich weiß aber auch, dass ich mehr alleine schultern kann, als ich mir noch vor einigen Monaten zugetraut hätte. Wenn man sich so sehr daran gewöhnt hat, die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden in fremde Hände zu legen, ist das erst einmal eine ganz schöne Last, wenn man diese Verantwortung auf einmal alleine trägt, aber es macht unglaublich stark, festzustellen, dass man es kann.


Ich habe viel erlebt in dem vergangenen Jahr, habe zu mir selbst gefunden und mich weiterentwickelt. Ich bin eigenständiger und erwachsener, ausgelassener und mehr mit mir und der Welt im Reinen. Trotz des ganzen Trubels hat mich das Jahr weitergebracht und einen sehr schönen Ausklang gefunden. Also auf ein neues in 2014, auf dass es weniger turbulent aber nicht minder bereichernd werden möge!

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